Trends und Entwicklungen bei Bau und Infrastruktur

Posted by Iep van der Meer on Feb 2, 2018 8:56:42 AM

Nachhaltigkeit, Arbeitsschutz und Verfügbarkeit sind zentrale Themen auf dem Bau. Komplexe und schwere Maschinen und Baumaterialien müssen häufig bis in die Innenstadt geliefert werden. Die Möglichkeiten zur technischen Umsetzung sind beschränkt. Kleine Lkw sind wegen der Abmessungen und dem Gewicht der Ladungen meist ungeeignet. Selbst bei technischer Realisierbarkeit wären für die gleiche Transportleistung wesentlich mehr Fahrzeugbewegungen erforderlich. Nachhaltigkeit geht Hand in Hand mit Effizienz. Je effizienter ein Transport durchgeführt wird, desto weniger Fahrzeugbewegungen sind notwendig. Damit werden nicht nur die Emissionen pro Transportleistung reduziert, sondern auch die Belastung für die Anwohner und den restlichen Verkehr.

Ein weiterer zentraler Aspekt sind die Wendemöglichkeiten. Insbesondere für den Transport von Langgütern wie Stahlkonstruktionen, Rammen und Maschinen werden besonders lange Fahrzeuge benötigt. In Innenstädten sind dann gelenkte Achsen unverzichtbar. Bei Tiefladern mit individuell lenkbaren Pendelachsen beträgt der Lenkeinschlag gut fünfzig Grad. Hinzu kommen 550 mm Höhenausgleich der Federung, wodurch Hindernisse wie höher gelegene Verkehrsinseln oder Bordsteine leicht überwunden werden können. Mit Fahrzeugen entsprechenden Typs können unverzichtbare Baumaschinen bis ins Stadtzentrum gefahren werden.

Niedriger ist besser

Nicht nur das Gewicht der Ladung, sondern auch die Höhe transportierter Objekte wie Maschinen und Stahlbauteile kann manchmal eine einschränkende Randbedingung sein. Die maximale Transporthöhe beträgt vier Meter. Damit alle Güter innerhalb dieses Grenzwerts befördert werden können, müssen Fahrzeuge möglichst niedrig sein. Dies allein ist schon Grund genug, sich für einen Sattelauflieger zu entscheiden. Die Broshuis SL-Serie hat zum Beispiel eine Fahrhöhe von nur 85 Zentimetern. Das bedeutet, dass Objekte bis 315 cm innerhalb der gesetzlichen Vorgaben geladen werden können. Häufig kommt es jedoch nicht nur auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen an, sondern es müssen Hindernisse wie Sonderbrücken, Überdachungen und Oberleitungen beachtet werden. Es gilt also ganz allgemein: je niedriger, je besser – natürlich bei ausreichender Tragkraft.

Emissionsanforderungen

Ausziehbare Auflieger wie die Semi-Tieflader und Tieflader sind für den Bautransport unverzichtbar, auch in Städten. Viele Anwendungen sind im Prinzip auch mit Pritschenwagen realisierbar, aber dafür müssen dann Fahrzeuge mit einem komplizierten Aufbau und einer entsprechend längeren Abschreibungsdauer gebaut werden. Bei Aufliegern ergibt sich als Vorteil, dass vergleichsweise preisgünstige Zugmaschinen die neuesten Emissionsanforderungen erfüllen. Der Grund dafür ist, dass eine Zugmaschine leichter gegen ein nachhaltigeres und leiseres Modell nach dem neuesten Stand der Technik getauscht werden kann. In naher Zukunft werden sogar elektrische Zugmaschinen möglich sein, auch für Schwerlastanwendungen. Das Schöne an den standardisierten Aufliegern und Tiefladern ist, dass die kommenden elektrischen Fahrzeuge mit der aktuellen Aufliegergeneration kombiniert werden können. Damit erweist sich das Konzept des Aufliegers einmal mehr als besonders wirtschaftlich. Dies gilt übrigens nicht nur für Spezialtransporte, sondern auch für Kipper und Betonmischer. Aufgrund der genannten Eigenschaften ergeben sich auch für Kipper entsprechende Vorteile.

Sicherheit hat Priorität

Staatliche Stellen setzen sich zu Recht weiterhin für eine saubere und sichere Umwelt ein. Dies muss nicht in Konflikt mit den Anforderungen von Auftragnehmern und Transportunternehmen stehen, wenn eng kooperiert wird. Das gelegentlich übliche Festlegen maximaler Abmessungen für Lkw in Innenstädten sollte zum Beispiel kritisch hinterfragt werden. Zunächst deshalb, weil Städte keine schärferen Zulassungsanforderungen für Fahrzeuge festlegen sollten, als das jeweilige Land. Es kann von Transportunternehmen nicht erwartet werden, dass sie für jede einzelne Stadt einen anderen Fahrzeugtyp einsetzen. Das würde zu einer höchst ineffizienten Logistikkette führen, die letztlich auch unnötige Umweltverschmutzung generieren würde. Stattdessen wäre es wünschenswert, dass sich auch lokale Behörden mit den bereits heute vorhandenen Möglichkeiten moderner Transportmittel befassen. Nicht der Einsatz zusätzlicher kleinerer Lkws für die gleiche Transportleistung, sondern der Einsatz großer, sauberer und sicherer Fahrzeuge sollte bevorzugt werden. Dies führt nämlich zu einer verringerten Zahl von Fahrzeugbewegungen und dadurch zu einer geringeren Verkehrsbelastung, zu verringerten Emissionen und geringeren Sicherheitsrisiken. Die Umweltziele im städtischen Verkehr können deshalb leichter durch einen stärkeren Fokus auf Sattelzüge erreicht werden. HVO-, LNG-, Hybrid- und sogar vollständig elektrisch betriebene Fahrzeuge sind bereits heute herausragende Alternativen, die in Kombination mit Aufliegern einsetzbar sind.

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